"Latein plus" sieht vor, dass unsere Schülerinnen und Schüler, die den altsprachlichen Zweig und daher Latein als erste Fremdsprache wählen, gleichzeitig mit dem Erlernen der zweiten Fremdsprache (Englisch) beginnen.
Wie funktioniert "Latein plus"?
In der 5. Klasse wird Englisch in einem für alle verbindlichen zweistündigen Vorkurs erteilt. Die Leistungen werden benotet, die Note ist aber nicht versetzungsentscheidend.
In der 6. Klasse ist Englisch vollgültige zweite Fremdsprache (A-Fach); die Note ist versetzungsrelevant.
Die im altsprachlichen Zweig verbindliche dritte Fremdsprache beginnt ab Klasse 8.
Warum "Latein plus"?
In den Grundschulen haben die Kinder schon erste Englischkenntnisse erworben. Wer bereits Englisch zu lernen begonnen hat, wird den Lehrgang kaum in der 5. Klasse am Gymnasium unterbrechen wollen, um zunächst Latein zu lernen.
Wenn also weiterhin die Vorzüge des altsprachlichen Zweiges genutzt werden sollen, ist es günstig, gleichzeitig den Englischlehrgang fortzusetzen.
Auf diese Weise lassen sich die Vorzüge beider Sprachen verbinden:
Das gleichzeitige Erlernen beider Sprachen ergänzt sich in idealer Weise, denn Latein setzt vorwiegend das kognitive Lernen voraus, Englisch als gesprochene Sprache verlangt auch das imitierende Lernen.
Diese unterschiedlichen Fähigkeiten --- Kognition und Imitation --- werden jedoch nicht nur vorausgesetzt, sondern zugleich gefördert.
Die Kinder lernen beide Sprachen in einem Alter, in dem sie besonders lernwillig und lernfähig sind, nämlich vor Einsetzen der Pubertät.
Das gleichzeitige Erlernen beider Sprachen ermöglicht es, Beziehungen zwischen den Sprachen in Wortschatz und Grammatik für ein vertieftes Verständnis zu verdeutlichen.
Ein --- eventuell notwendig werdender --- Schulwechsel (Schrägversetzung) wird erleichtert, da unsere Kinder auch Kenntnisse in der an der Realschule gelehrten ersten Fremdsprache erwerben. Daher wird eine Wiederholung des vorausgegangenen Schuljahres wahrscheinlich nicht notwendig sein.