Im Osten was Neues
Altes Gymnasium Flensburg startet europäisches Projekt
Wie weit sind die Wikinger nach Osten vorgedrungen? Wieso überlebten Männer der Kirche ihre Reisen nach Norden oft nicht? Wie gestaltete die mittelalterliche Hanse ihren Handel im Ostseeraum? Wie sieht die wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit mit den neuen EU-Staaten heute aus? – Diese vielfältigen Fragen wirft ein Projekt auf, das das Alte Gymnasium zusammen mit anderen Schulen im Norden und Osten Europas initiiert.
„Mare Balticum – Unser Mee(h)r“ lautet der Titel dieser Unternehmung, die unter dem Dach des COMENIUS-Programms der EU Schülerinnen und Schüler aus Deutschland, Polen, Litauen, Estland und Schweden miteinander in Kontakt bringen soll. Koordiniert wird die europäische Zusammenarbeit am Alten Gymnasium seit Frühjahr 2006 von Jane Becker, Karsten Behnke und Dr. Jan-Christian Schwarz. Ein Treffen mit Kolleginnen und Kollegen aus den Partnerstaaten hat bereits im Februar 2007 stattgefunden. Gemeinsam mit Lehrern aus Złocieńcu besuchten die Flensburger Koordinatoren die Silbermanufaktur Robbe & Berking sowie die Flensburger Brauerei, um in Zusammenarbeit mit hiesigen Betrieben die Projektplanungen zu konkretisieren.
Auch die Schülerinnen und Schüler stehen bereits in einem regen Kontakt untereinander und tauschen sich via E-Mail und Briefen etwa zu den Themen „Was assoziiere ich mit der Ostsee?“ oder (ganz konkret) zu ihren Hobbys und Interessen aus. Geplant ist mittelfristig ein regelmäßiger Besuch zwischen den Kollegien und der Schülerschaft der beteiligten Schulen sowie langfristig angelegte Schulpartnerschaften, bei denen die Jugendlichen ihre Kenntnisse der anderen europäischen Staaten erweitern und Multiperspektivität im Umgang mit historisch-politischen Themen lernen können (s. Projektbeschreibung). Soviel sei vorweggenommen: Die Aufnahme in den Staaten des Ostseeraums ist heute durchweg freundlich und keineswegs so rau wie in den vergangenen Jahrhunderten der Wikinger und der Hanse.
Projektbeschreibung: Im Kontext der Osterweiterung der Europäischen Union soll das Projekt bereits bestehende Traditionslinien aufzeigen und den SchülerInnen bewusst machen. Kultureller Austausch und wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen den Anrainern des Mare Balticums finden sich seit dem frühen Mittelalter bis in die Gegenwart. Zu nennen sind die Ostlandfahrten der Wikinger, die auch auf einer Linie Haithabu, Wollin, Truso, Grobin stattfanden, des Weiteren die Hanse, die in Deutschland, Polen, Litauen und Estland Kontore unterhielt, und die BALTIC-AGENDA 21, die besonders von der Landesregierung Schleswig-Holsteins forciert wird und ebenfalls an den Hanse-Gedanken anknüpft. Die SchülerInnen sollen auf den Spuren der kulturell-wirtschaftlichen Kooperation den Ostseeraum als das „vertraute Fremde“ erfahren, Gemeinsamkeiten entdecken und eine gemeinsame europäische Identität ausbauen.
Die am Projekt beteiligten Schulen liegen allesamt entlang der historischen und aktuellen Handelsrouten und machen somit die für eine europäische Identität so wichtige Verbindung von regionalem Bewusstsein und interstaatlicher Perspektive möglich. Geplant sind Erkundungen historischer Handelsplätze und aktueller Betriebe vor Ort sowie in der Nähe der Partnerschulen. Mit Hilfe des Internets und dem Forum e-twinning, bei dem einige der Schulen bereits angemeldet sind, findet ein Austausch über die gewonnenen Erkenntnisse sowie die Präsentation der Ergebnisse „Mare Balticum - Unser Mee(h)r. Handels- und Kommunikationsraum Ostsee in Gegenwart und Vergangenheit“ statt.
Projektziele: Das Alte Gymnasium möchte Schülern wie Kollegen neue Perspektiven in Richtung Osteuropa eröffnen. Gleichzeitig soll das Bewusstsein für die eigene Region gestärkt und das Wissen um andere europäische Regionen erweitert werden. Europäische Identität versteht unsere Schule als Zusammenwirken von regionalem Bewusstsein und intereuropäischer Perspektive. Die Partnerschaft ist so angelegt, dass sie an bereits bestehende Traditionen und Verbindungen (s. o.) anknüpft. Im Rahmen der Partnerschaft
- „erfahren“ Schüler und Kollegen Handelsrouten, besuchen Handelsplätze vor Ort und in den Partnerstaaten,
- entdecken Schüler und Kollegen kulturelle Gemeinsamkeiten, erkunden das „vertraute Fremde“,
- arbeiten Schüler und Kollegen mit regionalen Betrieben, Bildungseinrichtungen, Presse zusammen,
- kommunizieren Schüler und Kollegen in nationalen wie internationalen Sprachen,
- setzen Schüler und Kollegen die Kooperation im Ostseeraum „im Großen“ in sachbezogene Zusammenarbeit „im Kleinen“ um,
- verwenden Schüler und Kollegen Computer und neue Medien und erproben innovative Wege der Kommunikation.

Comeniusarbeit
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Leitung des Comeniusprojektes
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Dr. Jan-Christian Schwarz
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